Produktionsnotizen

Andreas Kurz über die Entstehung von Nicht vom Brot allein

Das vorrangige Ziel für Robert Breber und mich ist es, das Handwerk des Filmemachens zu erlernen. Erst wenn wir die notwendigen Werkzeuge zur Verfügung haben - so unsere Überzeugung - können wir an Projekten zu arbeiten beginnen, die rein künstlerisch-inhaltlich- ästhetischen Überlegungen folgen und nicht mehr nur nach Maßgabe der Möglichkeiten entstehen. Nach Kohle auf Papier war für uns klar, der eingeschlagene Weg muss fortgesetzt werden.

Durch reines Lernen, so haben mich unsere beiden bisherigen Filme gelehrt, kann man praktisch nichts lernen; nur durch die Arbeit lernt man auch praktisch. Da wir beim ersten Film die vordringlichsten logistischen Hürden ganz gut genommen und einen Film zustandegebracht hatten, den man sich zumindest anschauen kann, entschlossen wir uns, die Aufmerksamkeit vom Produktionsprozess auf das Produkt selbst zu verlagern.

Bei Nicht vom Brot allein stand die Unmittelbarkeit der filmischen Erzählung und die Lichtgestaltung im Vordergrund. So griff ich auf ein bereits bestehendes literarisches Motiv zurück. Man muss das Rad nicht jedesmal neu erfinden, wenn man damit fahren will. Wir entschlossen uns außerdem, den Film in schwarzweiß zu drehen, um uns selbst zum genaueren Umgang mit Licht und Schatten zu zwingen.

Das Drehbuch war in wenigen Wochen fertig, die beiden Schauspieler (Katharina Bigus und Christian Hofler) kannte ich von einer Theaterproduktion her, der Vorschlag für das Kernstockhaus als Location kam von Robert. Hildegund und Hermann Kaser, die Besitzer und Betreiber des Dekmalhofs Kerstockhaus, kamen uns von Beginn an sehr entgegen. Diesmal setzten wir Mario Hengster als Kameramann ein, denn es zeigte sich bei den Vorbereitungen, dass er hervorragend mit der Handkamera umgehen konnte.

Die Vorproduktionsphase war lang und intensiv. Der Dreh begann nach drei Vorbereitungstagen im Kernstockhaus, die wir ausschließlich mit Lichttest verbrachten.

Bis zum Schluss blieben Robert und ich skeptisch: Es wollte einfach kein Problem auftauchen. Alles lief wie am Schnürchen. Die Anrainer, die Verleiher, die Helfer - alle waren äußerst kooperativ. Das Equipment funktioniert einwandfrei. Das Wetter war herrlich. Die Stimmung gut. Die Schauspieler arbeiteten konzentriert und brachten neue Ideen für szenische Detailfragen ein. Die Ideen ließen sich umsetzen. Kein Konflikt kam auf. Das Bier reichte bis zum letzten Abend.

Mit soviel Freude und Konzentration gearbeitet, war auch der Schnitt und die gesamte Postproduktion ein Genuss. Bleibt zu hoffen, dass uns nun auch die Verwertung von Nicht vom Brot allein solche Freude bereiten wird.


Andreas Kurz